NÄCHSTES TREFFEN: DIENSTAG, 12.1.2010, 19 Uhr, im k10 (HoPla)

Die Neue Liste - Hochschulwahl - 26.-28. Januar 2009 - Liste 9

Wunschvorstellungen: Utopia Universitas?

Stellt Euch vor: dnl
In einem Paralleluniversum, ohne sich ständig erhöhende Staatsverschuldung, Finanzblasen und mit dem Wissen um die Bildung als höchstes Gut der Gesellschaft, beginnen Rosa und Karl ihr Studium Universitas (=Gemeinschaft von Lehrenden & Lernenden). Motiviert und voller Wissbegierde und Tatendrang lernen sie ihren Campus und ihr Auditorium kennen. Karl, dessen freiberufliches Grafikerdasein erste Erfolge einbringt und dessen Tochter bald Laufen lernt, strebt ein Teilzeitstudium an, welches in allen Fachbereichen ohne Weiteres möglich ist und ihm ein schaffbares Bachelor- und Master-Studium ermöglicht. Hinsichtlich der Beratung in Karls Fragen stehen ihm genügend Anlaufstellen zur Verfügung. phantasie
Rosa, eine engagierte, selbstbewusste Frau, weiß noch nicht, welchen Schwerpunkt sie in ihrem Studium setzen will, das macht aber nichts, denn die Auswahl der Veranstaltungen ist riesig. Ihre Behinderung fordert Flexibilität, die durch ein breitgefächertes Baukastenmodul- und Beratungsangebot gewährleistet wird. Karl und Rosa lernen sich bei einem interdisziplinären Projekt im studentischen Kulturzentrum kennen. Der Austausch zwischen den ProjektteilnehmerInnen ist rege. Ob an neuen Erfahrungen oder studienrelevanten Inhalten, das Zusammensein und philosophieren über Alles und Nichts bestärkt sie in dem Wissen, dass der Begriff der Universitas hier wahrhaft gelebt werden kann. Auf dem Weg zur AG „Partizipation an der Universität“, bringt Karl seiner Tochter die vergessene Brotbüchse in die KITA der Uni. Bei der AG angekommen finden sie schon zahlreiche KommilitonInnen vertieft in ihre konstruktive Debatte, denn sie haben Zeit und Lust dazu. Mit Zufriedenheit auf den Tag zurückblickend treten Rosa, Karl und seine Tochter den Heimweg an und wissen, einen besonderen Lebensabschnitt begonnen zu haben, denn „(...)Die Eule der Minerva beginnt erst mit der einbrechenden Dämmerung ihren Flug.“ (G.W.F. Hegel).

~ ERKLÄRUNGEN ZUM TEXT ~

Universitas
– Die Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden
An unserer Universität herrschen derzeit prekäre Studienbedingen:

  • Teilzeitstudiengänge: Aufgrund der Umstellung der Studiengänge zu Bachelor und Master können nur noch in wenigen Fachbereichen Teilzeitstudiengänge angeboten werden. Da jedoch die verschulte Studienorganisation in den Bachelorstudiengängen ein Arbeiten neben dem Studieren fast unmöglich macht, sind einige Studierende auf Teilzeitstudiengänge angewiesen. Auch für Studierende mit Kind ist diese Studienform unumgänglich. Also auch in diesem Punkt: REICHE ELTERN FÜR ALLE? Das kann nicht sein!

  • Bachelor- und Masterstudiengänge: Im Zuge des Bologna-Prozess’ ist das Studium zunehmend verschult worden. Universitas - die Gemeinschaft von Lernenden und Lehrenden entwickelt sich zu einem Wettlauf zwischen Einzelkäpfern innerhalb einer Massenuniversitätsstruktur. (Mehr bei dem Punkt Veranstaltungen)
    Wir distanzieren uns entschieden von der geplanten Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen für das Lehramtsstudium. Der Masterstudiengang wird zulassungsbeschränkt sein. Lehramtsstudenten, die keinen Masterstudienplatz bekommen, haben dann einen Bachelorabschluss ohne Wert (Verwendungshinweise: Klodekoration, Wandteppich, Fußabtreter). Die Fülle der Studieninhalte wurde von den Diplom- und Magisterstudiengängen einfach in den viel knapperen zeitlichen Bachelor-Rahmen gepresst. Das kann und darf nicht sein.

  • Veranstaltungen: Was läuft hier falsch? Zu wenig, zu überfüllt, zu einseitig, oft didaktisch mangelhaft aufbereitet und zu bürokratisch. Mehr Blockveranstaltungen & Baukastenmodule und natürlich einfach mehr Veranstaltungen können einige Missstände verbessern. Die bisher nur „angedachte“ Abschaffung der Anwesenheitslisten muss unbedingt umgesetzt werden, um ein selbstbestimmtes Studium zu gewährleisten. Eine ausreichende didaktische Ausbilung ALLER Personen, die an der Universität lehrend tätig sind ist von Nöten. Außerdem müssen dringend mehr Lehrkräfte eingestellt werden. Damit ist nicht nur den Lernenden geholfen, sondern auch den Lehrenden, denn auch sie leiden unter den prekären Studienbedingungen.

  • Beratungsangebot: Das Beratungsangebot der Universität Kassel ist gut ausgebaut, jedoch fehlt vielen Studierenden das Wissen um die Existenz einiger Angebote. In diesem Punkt ist mehr Öffentlichkeitsarbeit gefragt.

  • Partizipation an der Universität - Zeit und Lust: Gerade in Zeiten der Umstellung der Studiengänge auf Bachelor und Master bedarf es mehr Mitspracherecht für die Studierenden, wie absurd (oder zielführend für die Obrigkeit der Bildungspolitik?) ist es demnach, dass die Umstellung das Gegenteil bewirkt? Die Studierenden haben ein vollgepacktes Studium mit harten Bandagen angelegt bekommen, da bleibt kaum Zeit (und daraus auch resultierend Lust) sich zu engagieren, Pflichten werden erfüllt und Rechte vertagt. Ein freies Studium sollte Selbstverantwortung und -organisation nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch lehren. Die Studierenden sollten stärker in mehr Gremien eingebunden werden. Dies erfordert natürlich auch einen vorgesehen Platz innerhalb des Studienplanung.

Diese Missstände können ausgemerzt werden. Wie?

  • Bildungsstreik: Das der Protest der Studierenden an so vielen Universitäten Wirkung zeigt, konnten wir in den Medien verfolgen. An diesem Punkt danken wir allen, die sich aktiv an dem Bildungsstreik beteiligt haben, auch im Namen jener, deren Studium ein bestreiken von Veranstaltungen nicht zulässt. Ziel muss es sein, im Kollektiv zu streiken, nur dann können alle. Die Lehrenden müssen dazu angehalten werden, diesen Protest zu unterstützen, denn es geht auch um sie!

  • Hochschulpolitische Arbeit: Das Engagement einiger Studierenden in den Gremien der Universität bildet ein weiteres Sprachrohr der Studierendenschaft. Ob im Fachbereich, Studentenparlament oder im Senat, die Studierenden haben ein Mitspracherecht, wenn auch nicht gerecht verteilt (Im Senat sitzen drei studentische Vertreter neun Professoren, drei wissenschaftlichen Bediensteten und zwei administrativ-technischen Mitgliedern gegenüber.). Doch auch hier gilt es, die Stimmen, die wir haben, zu nutzen.

Ihr seht, es gibt viel zutun! Wir müssen es nur anpacken, unsere Chance ergreifen und uns einmischen, um unsere Wunschvorstellungen wahr werden zu lassen. Nicht nur für uns, auch für folgende Generationen tragen wir die Verantwortung.

Für weitere Ziele steht Die Neue Liste ein (Was wir wollen).


..........................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................................